Chronic der Musikvereins Eichelberg e.V.

Noch lange vor der Vereinsgründung im Jahre 1927 spielten im Jahre 1913 auf öffentlichem Anlass, nämlich  der Einweihung der Wasserleitung
am Kaisertag, eine Gruppe von sechs Eichelberger den 13er Marsch von  Brussig. Die Musikproben hierzu wurden von Herr Pfitzenmaier aus Elsenz
geleitet und fanden im Kelterstübel statt. Die Namen dieser sechs Musiker waren: Emil Emmerich, Julius Weber, Ernst Mildenberger, August Bloch,
Anton Mildenberger und Oskar Mildenberger.

Im Jahre 1927 war es dann soweit: im Januar 1927 lösten sich die Eichelberger Musiker von der schon seit Jahren bestehenden Musikkapelle
Tiefenbach-Eichelberg. Somit gründeten folgende Eichelberger einen eigenen Verein: Wilhelm Mildenberger, Friedrich Mildenberger, Heinrich Mildenberger,
Adolf Mildenberger, Eduard Böhm, Ferdinand Emmerich, Philipp Emmerich, Eugen Erlewein und Willy Mahlschnee. Als Passive Mitglieder konnten 38
Eichelberger und Eichelbergerinnen hinzugewonnen werden.

Der neu gegründete Verein wählte bei seiner Generalversammlung folgende Vorstandschaft:

Die Vereinssatzung war auf 13 Punkte festgelegt. Die Hauptaufgaben waren weltlicher und kirchlicher Art. Gesondert benannt wurden Hochzeitsspielen
und Leichenspielen. Der Mitgliedermonatsbeitrag betrug damals 20 Pfennig.

Als Kapellmeister fungierte Hauptlehrer Hermann Springmann. Er war für die Kapelle eine ungeheuere Stütze und führte diese über ein halbes Jahr, bis der
Musiker Fritz Mildenberger soweit war, den Dirigentenstab überreicht zu bekommen. In dieser Zeit wuchs das musikalische Interesse, so dass 7 junge Musiker
nachrücken konnten. Es waren dies: Alfons Emmerich, Hermann Emmerich, August Bloch, Richard Ledermann, Wilhelm Bodmer, Artur Boppel und Karl Ledermann.

Im Juni 1929 nahm die Kapelle erstmals an einem großen Musikfest in Forst teil; gleichzeitig wirkte man beim Wertungsspielen mit und durfte einen "1C - Preis"
mit nach Hause nehmen: "Unvergesslich wird uns diese Zeit bleiben". Durch eine weitere Weihnachtsfeier konnte man endlich die Schulden "abschütteln".

Erste Unstimmigkeiten traten bereits im Jahre 1030 auf. Dirigent Friedrich Mildenberger hatte andere Absichten als der aktive Musiker Karl Ledermann. Diese
bewirkten, dass Friedrich Mildenberger sein Amt niederlegte; Karl Ledermann wurde zu seinem Nachfolger bestimmt.

(aus dem Protokollbuch):
"Die Zeiten verändern sich, die Weltkrise nimmt ernstere Natur an. Der Geldsack des Landwirts, des Arbeiters, kurz gesagt des Schaffenden droht die
Schwindsucht zu bekommen. Bekanntlich noch besser gesagt: die Flöten fingen an zu schweigen."

Die Situation war Folgende: Die Musiker hatten kein Geld mehr, um 2 mal die Woche die Probe im Gasthaus zu besuchen ohne "trocken" zu sitzen. So kam es,
dass die Proben weniger wurden. Man veruschte Abhilfe zu schaffen und baute den Schuppen von Rosa Ledermann zu dem heute noch immer stehenden
"Musikerhäuschen" um. Trotz des neuen Musikerhäuschens wurde der Probenbesuch immer lässiger, die Interessenlosigkeit schlich sich ein.

Erstmals war in diesem Jahr ein neuer 1. Vorsitzender zu wählen. Der Vorgeschlagene Franz Mildenberger lehnte mit der Begründung "er sei noch so ein junges
Mitglied" ab, "man möchte doch zu einem Älteren greifen". Somit wurde Josef Emmerich zum neuen 1. Vorsitzenden gewählt. Nach der Generalversammlung
hatte der Verein 61 passive und 20 aktive Mitglieder zu verzeichnen.
In diesem Jahr unternahm man auch erstmals einen Ausflug zusammen mit dem Gesangsverein nach Kochendorf.
Bedingt durch den Machtwechsel im 3. Reich wurden unter Beteiligung des Vereins bereits Fackelzüge abgehalten.

Gerade 1934 hatte man schon wieder das Problem, einen neuen 1. Vorsitzenden zu finden, nachdem Josef Emmerich bereits nach einem Jahr zurückgetreten war.
Nach Drohungen an die Mitglieder, der Verein werde aufgelöst, fände man keinen Bereitwilligen, erbarmte sich Kassier Franz Mildenberger, dieses Amt zu übernehmen.
Nachdem ein geplanter Theaterabend des Vereins buchstäblich ins Wasser fiel, entschied man sich daraufhin, einen Konzertabend mit Christbaumversteigerung zu
veranstalten.

Die Jahre verliefen innerhalb des Vereins im Großen und Ganzen ziemlich ruhig. Die Kapelle selbst nahm natürlich an allen weltlichen (vor Allem Fackelzüge und
Aufmärsche) und kirchlichen Veranstaltungen teil und hatte noch selbst ihre eigenen Veranstaltungen, besonders die weit bekannte Kirchweih in Eichelberg.

Der Ausbruch des 2. Weltkrieges unterbricht die Tätigkeit des Musikvereins von 1939 bis 1945. Die aktiven Musiker fanden sich erstmals wieder zum Jahresausgang
1945 zusammen, um die alte Tradition weiter zu pflegen. Leider hatte die Kapelle durch den Krieg 8 aktive Musiker verloren.
Junge, musikliebende Jugendliche erklärten sich bereit, sich als aktive Musiker ausbilden zu lassen. Dirigent Friedrich Mildenberger schaffte dies unter sehr viel Mühe
und Arbeit, so dass im Frühjahr 1951 wieder eine Musikkapelle mit 20 aktiven Musikern zur Verfügung stand.
Der alte 1. Vorstand Franz Mildenberger berief eine Gründungsversammlung ein, in der folgende neue Vorstandschaft gewählt wurde:

1. Vorstand:        Franz Mildenberger
2. Vorstand:        Dirigent Friedrich Mildenberger
Schriftführer:        Ferdinand Mildenberger
Kassier:              Franz Mahlschnee

Die Musikkapelle nachm im Jahre 1951 wieder ihre weltlichen und kirchlichen Verpflichtungen auf.

Erstmals im Jahre 1953 trat Norbert Burry in Erscheinung, als Dirigent Friedrich Mildenberger während einer längeren Krankheit ausfiel. Im Jahre 1954 wurden 2 Bazare
zum Kauf von Krichenglocken und Kirchenfenster musikalisch mitgestaltet. Musikalischer Höhepunkt im Jahre 1955 war die Mitwirkung bei den Festlichkeiten des
Gesangvereins auf dem Festplatz im Burgholz.
Die Vorstandschaft war bis 1956 die gleiche. Nachdem im August 1956 der langjährige Kassier Franz Mahlschnee an seiner Kriegsverletzungen verstarb, wurde Arthur
Boppel als Kassier tätig. Es war ein erfolgreiches Jahr: man feierte das 30-jährige Bestehen des Musikvereins. Dieses Fest war für den Verein ein finanzieller Erfolg.

Im Jahre 1958 war Pater Adolf Emmerich mit seinem Bischof Don Lazare auf Heimaturlaub. Natürlich ließ es sich der Musikverein nicht nehmen, beim festlichen Empfang
sowie beim Gottesdienst in der Kirche musikalisch mitzuwirken.
Der 1. Vorstand Franz Mildenberger trat 1959 von seinem Amt wegen Meinungsverschiedenheiten zurück. Emil Emmerich übernahm das Amt des 1. Vorsitzenden im Jahre
1960. Auch in diesem Jahr fand ein Musikfest statt.
Man feierte 1962 das 35-jährige Stiftungsfest des Vereins. 1963 war den Musikverein kein erfreuliches Jahr. Am 19. Juni wurde der Schriftführer und seit der Gründung des
Vereins aktive Mitglied zu letzten Ruhe geleitet. Ein noch größerer Verlust war der Tod des damals 1. Vorsitzenden Emil Emmerich.
Ein Ausflug fand im Juni in das musikalische und historische Bad Wimpfen statt.

Aufgrund der Erkrankung des Dirigenten Friedrich Mildenberger nahm man Kontakt mit Norbert Burry auf und konnte diesen als Dirigent gewinnen. Ein schmerzhafter Verlust
brachte das Jahr 1968 dem Verein: Ehrendirigent und Grundungsmitglied Friedrich Mildenberger - bis heute noch bekannt als "Musik Fritz" wurde zu Grabe getragen.
Seit der Gründung der Kapelle hatte Friedrich Mildenberger mit kurzer Unterbrechung als Dirigent die Kapelle geleitet.
Eine wichtige Veranstaltung im Jahre 1971 war die Teilnahme beim Bundesmusikfest am 16. Mai in Karlsruhe. Ein Musikfest des Vereins ging im Juni über die Bühne. Mit
dem Jahr 1971 ging auch für die Gemeinde Eichelberg eine Jahrhundert alte Selbständigkeit zu Ende.

Große Sorge bereitete im Jahr 1973 der Vorstandschaft der schlechte Probenbesuch, die gewisse Disharmonie und andere Begleitumstände. Diese ganze Misere führte zu
einem Krach, der das Weiterbestehen der Musikkapelle ernsthaft in Frage stellte. Diese Angelegenheit forderte innerhalb kürzester Zeit 4 Vorstandschaftssitzungen;
letztendlich wurde seitens der Vorstandschaft eine außerordentliche Versammlung der aktiven Musiker einberufen. Das Ergebnis dieser Versammlung war Gott sei Dank
ein Positives.
Ein 4-tägiger Ausflug fand in diesem Jahr nach Südtirol statt, in dem Heinrich Pfeil aus Elsenz als Reiseleiter fungierte und diesen sehr angenehm gestaltete.
In diesem Jahr konnte die Kapelle einem Hochzeitspaar aus zwei aktiven Mitgliedern des Vereins ein Hochzeitsständchen darbringen: Lothar Sieger und Angelika Emmerich
heirateten am 11. August.

Im Jahr 1974 wurde ein Oktoberfet anberaumt, das auch ein sehr großer Erfolg war. Nach den Querelen im Vorjahr war das vorbildliche Verhalten der aktiven Musiker und der
Einsatz der sonstigen Helfer an diesem Fest besonders lobenswert.
Im Jahre 1975 wurde Alt-Bürgermeister und Ortsvorsteher Jakob Emmerich aus seinem Amt verabschiedet. Zur Weinweihung des Siedlerhofes von Willi Bodmer im gleichen
Jahr fanden sich die Musiker am "roten Feld" ein.
Ein Ausflug führte in dem Jahr die Musiker ins Frankenland und an die Zonengrenze. Die Reiseleitung hatte erneut Heinrich Pfeil inne.
Feste des Sportvereins und der Feuerwehr wurden von der Musikkapelle im Jahre 1976 festlich umrahmt. Ein zweites Oktoberfest wurde im Clubhaus in Eichelberg veranstaltet.

Der Verein hatte am Jahresende 1977 22 aktive Mitglieder, 100 passive Mitglieder sowie 11 Ehrenmitglieder. 1978 trat der Verein erstmals bei den Östringer Kulturtagen auf.
Nach einem schweren Unfall des Dirigenten Norbert Burry im Oktober 1980 übernahm im Einvernehmen der Vorstandschaft und der aktiven Musiker vorläufig Thomas Fersching
die Kapelle. Der neue Dirigent Peter Götzen hielt am 23. März seine 1. Probe.
Natürlich war das 1. Eichelberger Dorffest der Höhepunkt des Jahres 1981. Anlässlich der Östringer Kulturwochen nahm die Kapelle an einem Konzert in Tiefenbach teil. Man
musste auch in Tiefenach zugeben, dass der Musikverein Eichelberg unter seinem Dirigenten Peter Götzen ein guten Niveau erreicht hatte.

1983 betreute Peter Götzen 32 junge Musiker. Er hatte sie in einem halbjährigen Grundkurs mit der Notenwelt und den Takten vertraut gemacht. Nach Beendigung dieses Kuses
mussten nun Instrumente angeschafft werden, was natürlich mit Schwierigkeiten Verbunden war. Für die weitere Ausbildung wurde die Musikschule Östringen eingeschaltet.
21 junge Menschen haben eine Ausbildung am Instrumente begonnen.

Höhepunkt im Vereinsjahr 1985 war die Teilnahme am Wertungsspiel in Kronau, in dem die Kapelle es schafftte, den ersten Rang zu belegen.
In diesem Jahr fuhr die Musikkapelle zu einem Besuch nach Henrichenburg in Westfhahlen. Der Fahrt ging eine Urlaubsbekanntschaft unseres Dirigenten Peter Götzen mit dem
Vorsitzenden des dortigen Tambourkorps voraus. Der Gegenbesuch des Tambourkorps fand im Oktober statt.

Ab Januar 1988 führte Markus Morast die Kapelle. Im selben Jahr nahm der Verein beim Verbandsmuikfest in Forst am Freundschaftsspielen und beim Bezirksmusikfest in
Landshausen teil. Ein Weihnachtskonzert im Clubhaus war gut besucht.
1990 war der Musikverein vom 2. bis 7. Januar zum ersten Mal im Ausland beim "Internationalen Blasmusikertreffen in Prag und Brünn 1990". Ein 2. Rang in Silber und der
Sonderpreis der Jury war ihm sicher. 1991 machte man beim Wertungs- und Kritikspiel in Karslruhe mit.

1992 legte 1. Vorsitzender Wendelin Fersching aus Alters- und Gesundheitsgründen sein Amt nieder. Als neuer 1. Vorsitzender wurde Alfons Richter gewählt. Der neue 2.
Vorsitzende wurde Rolf Mildenberger. Im Jahre 1993 war die Existenz des Vereins erneut stark gefährdet. Unstimmigkeiten unter den Aktiven führte im Februar zum Rücktritt
von 4 Musikern; 3 davon Vorstandsmitglieder stellen gleichzeitig ihre Ämter zur Verfügung.
Dirigent Markus Morast wurde im April des Jahres verabschiedet. Mit Jürgen Schwarz aus Östringen konnte ein einsatzfreudiger und ehrgeiziger Dirigent verpflichtet werden..
Der Posten des Schriftührers konnte 1994 wieder besetzt werden. Uwe Schwarz wurde gewählt.
Auch wurde wieder das Thema Jugendarbeit aufgegriffen. Leider brachte die Jugendwerbung nur negative Ergebnisse ein. Es konnten keine neuen Jugendlichen für die Ausbildung
gewonnen werden.

1996 galt es wiederrum, einen neuen Schriftführer zu finden, nachdem Uwe Schwarz nich tmehr zur Wahl stand. Mit Annette Breitschopf konnte eine Nachfolgerin gefunden werden.
Die Erhöhung des Mitgliedsbeitrages von bisher 16,00 DM wurde auf 20,00 DM beschlossen.
Seit diesem Jahr bietet der Musikverein Blockfötenunterricht durch Frau Andrea Erny an mit dem Ziel, früher oder später ein Blasinstrument beim Musikverein zu erlernen.

1998 legte Jürgen Schwarz überraschend den Dirigentenstab nieder. Peter Götzen übernahm erneut das Kommando der Kapelle.
Seit September des Jahres bietet der Musikverein im Kindergarten "musikalische Früherziehung" durch Cornelia Buchmüller an, um die Eichelberger Kinder so früh wie möglich an
die Musik heran zu führen und das musikalische Interesse zu wecken.
Das geplante Kirchenkonzert 1999 musste kurzfristig abgesagt werden, das der 1. Vorsitzende Alfons Richter sein Amt niederlegte. Außerdem kam der plötzliche Tod unsres
noch immer aktiven Ehrenmitgliedes Horst Müller.
2000 hat der Verein einen neuen 1. Vorsitzenden: Rolf Mildenberger übernimmt die Vereinsspitze. Im November des Jahres fand der erste Eichelberger Heimatabend statt, der von
den eichelberger Ortsvereinen gestaltet wurde.

Anlässlich des bevorstehenden 75-jährigen Jubiläums  hatten sich Dirigent Peter Götzen und aktive Musiker etwas besonderes vorgenommen: man wagte den Versuch, eine
CD aufzunehmen. Diese Idee konnte sehr erfolgreich abgeschlossen werden.; die Mühe mit den vielen Proben hatte sich somit gelohnt.
2002 besteht der Musikverein aus 21 aktiven und 129 passiven Mitgliedern. Daneben werden 14 Kinder durch Lehrkräfte der Musikschule ausgebildet. Die Blockflötengruppe kann
7 Kinder verzeichnen und die musikalische Früherziehung dann derzeit mit 17 Kinder positiv in die Zukunft blicken.